Unsere letzten Wochen in Arequipa

Buenas Días,

Unser Stipendienprojekt läuft auf Hochtouren. Die Hausbesuche und die psychologischen Gespräche sind abgeschlossen. Bei den Hausbesuchen erlebten wir aus welchen armen Familien die Schüler von Circa teilweise kommen und wie prekär ihre finanzielle Situation ist. Ein Studium ohne Stipendium wäre für sie unmöglich.Ein Slum Arequipas - die Heimat eines SchülerDie Slums am Stadtrand von Arequipa sind das Zuhause vieler Circa-Schüler.

Jetzt geht’s für uns ans Auswerten der Gespräche und nächstes Wochenende werden die Verträge der Stipendiaten dann unterzeichnet.

Außerdem hatte Circa Geburtstag. Am Freitag, den 29. Juni 2018 würde die Organisation 59 Jahre alt. Mit einem Umzug wurde der Tag gefeiert. 🙂P1140301P1140326P1140325P1140275IMG-20180629-WA0026Es tanzten alle Schülen, sowie Kinderheime. Auch wir hatten typische Trachten an! 🙂

Am Samstag, den 7. Juli unternahmen wir mit unseren Kinderheimmädels aus Santa Rosa einen abschließenden Ausflug an das Flusstal des Rio Chili.P1140468P1140441P1140422P1140467P1140432

 

Besitos,

Clarita, Mary, Sophi, Christoph und Daniel 🙂

 

 

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News aus Arequipa

Hola hola chicos,

hier ist sie, eine neue Ausgabe unseres supertollen Blogs. Es wird schon wieder einmal Zeit für ein kleines Peru-Update.

Zurzeit läuft der ganz normale Alltag in den Schulen und Kinderheimen.  Es gab nur wenige Ereignisse, von denen wir berichten möchten:

Vor 3 Wochen, als wir von einem kleinen Wochenend-Ausflug aus Ica heimkamen. Trafen wir eine böse Überraschung an. Es war passiert. Franzosen sind einmarschiert und haben unser Kinderheim besetzt. Spaß beiseite. Wir haben 8 neue Freiwillige aus Frankreich in unserer Kinderheimfamilie willkommenheißen dürfen. Wir freuen uns über ein bisschen frischen neuen Wind hier und hatten schon lustige Unterhaltungen auf Spanzösisch. 🙂

Vor 2 Wochen waren wir zusammen mit allen 5 Mädchenkinderheimen von Circa für einen Tag im Strandhaus in Mejia. Wir hatten alle sehr viel Spaß und haben unsere Zeit am Strand und im Meer sehr genossen.P1030922P1030916

Außerdem läuft nun unser Stipendienprojekt schon auf Hochturen. Am 12.5.18 haben wir das, von den Schülern lang erwartete, Examen geschrieben. Schon 2 Stunden vor Beginn des Examens, als wir erst am Veranstaltungsort ankamen, war bereits die Hälfte aller Teilnehmer anwesend. Teilweise sogar mit Eltern, die aufgeregt das komplette Examen auf ihre Kinder warteten. Alle waren sehr nervös und angespannt. Nach 2-stündiger Bearbeitungszeit, der sehr schwierigen Aufgaben, gingen die 125 Schüler nach Hause und für uns begann die harte Korrigierarbeit. Letztendlich haben wir nun die 39 Besten gefunden. Bald beginnen die Hausbesuche. Wir sind schon sehr gespannt, wie das werden wird.P1030976Im Hintergrund steht: Die Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern.

Wir sind im übrigen immer noch auf Patensuche. Wir freuen uns über jeden der sich meldet.

Nun das letzte wichtige Ereignis: Der Muttertag. Einer der wohl wichtigsten Tage der Peruaner, so scheint es uns. Wir feierten diesen auch recht groß. Wir kauften für unsere „Mama Guadalupe“ 2 große Torten und kochten ihr ihr Wunschessen Nudeln Süß-Sauer. Alle Kinder hatten für sie etwas hübsches gebastelt und sie freute sich sehr über alles.P1030989

Das wars auch eigentlich schon wieder von uns.

Halt…es gibt es noch was. Wir haben im Übrigen auch zwei Haustiere in Santa Rosa. Unseren Hund Manchis und unseren Kater Pepe.IMG-20180522-WA0002Pepe hilft mit beim Topf abspülen…IMG-20180522-WA0007…und Manchis putzt sich die Zähne.IMG-20180522-WA0006Die beiden Kuscheln und Kämpfen auch gerne miteinander.

Saludos y Besitos,

Eure Peruaner

Stipendienprojekt – Zukunft schaffen in Peru

Liebe Leser,

heute geht es mal nicht um uns und unsere Erlebnisse im wunderschönen Peru.

Heute geht es um etwas, was uns in Zukunft viel Arbeit abverlangen wird und uns sehr am Herzen liegt. Und etwas wofür wir Ihre Unterstützung brauchen!

Es geht um ein Stipendienprojekt. Mit diesem wir Schülern aus Circa-MAS (die Organisation, in der wir arbeiten und wohnen) ein Studium ermöglichen können. Die Schulen von Circa-MAS gehören zu den Wenigen in Arequipa, die komplett schulgebührenfrei sind. So haben auch die Ärmsten der Ärmsten eine Möglichkeit ihre Kinder zur Schule zu schicken. Viele dieser Schüler haben zu Hause weder fließendes Wasser, Strom noch Geld für wenigstens eine warme Mahlzeit am Tag. Diese Armut mussten wir selbst auch schon erleben, wenn unsere Schüler im Unterricht kein Heft haben, weil sie sich dieses finanziell einfach nicht leisten können.

Hier kommt unser Stipendienprojekt ins Spiel. Mit diesem Projekt können wir den Besten der Circa-Schüler die Möglichkeit zum Studieren geben. Ein Studium in Peru kostet pro Semester ca. 250€, was sich die Meisten unserer Schüler nicht leisten können. Durch ein Stipendium erhalten sie einen Weg aus der Armutsspirale.

Mehr Informationen über das Projekt, die Auswahl der Stipendiaten und den Kosten gibt es in unserem Informationsblatt: Zukunft schaffen in Peru

Wir hoffen auf positive Rückmeldungen und Interessenten.

Mit lieben Grüßen

Clara, Sophi, Maria, Christoph und Daniel

Neuigkeiten aus Arequipa

Hola Amigos,

Seit einigen Wochen sind wir jetzt schon wieder daheim in Arequipa, arbeiten in den Schulen und Kinderheimen und leben wieder unseren gewohnten Alltag.

Lena, eine ehemalige Freiwillige aus dem letzten Jahr, ist in ihren Semesterferien wieder zurück nach Arequipa geflogen und ging mit uns, unseren Mädls und den Kindern aus dem Kinderheim Santa Teresita ins Schwimmbad.

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Am Sonntag, den 17. März veranstaltete CIRCA einen Marsch, an dem alle Schulen und die Kinderheime teilnahmen. Wir Freiwillige durften auch mitmarschieren.IMG_6316IMG_6347Unsere Mädels aus Santa Rosa beim MarschierenIMG_20180407_131726_237Da kommen wir daher marschiertIMG_20180407_131811_647Unsere Mädels, Betreuerinnen Guadalupe und Janeth und wir

 

Palmsonntag um 7 Uhr morgens gab es eine Prozession von unserem Kinderheim aus zum CIRCA-Hauptgelände, wo anschließend eine Messe stattfand. Christoph spielte Jesus und ritt auf einem Esel. Die Kinderheimkinder und auch wir hatten Kostüme an wie vor 2000 Jahren.P1030588

P1030606Jesus von Nazareth oder doch unser Christoph? 😉P1030590Die Kinder beim Tragen der PalmezweigeP1030593Daniels Verkleidung

Am Freitag, den 6. April feierte CIRCA den 100. Geburtstag von Padre Carlos Pozzo im Koloseum von Arequipa. Padre Pozzo, ein italienischer Jesuitenpater, war der Gründer von CIRCA und hat auch noch heute, zehn Jahre nach seinem Tod, eine große Bedeutung.

P1030618P1030624P1030626Manche fandens wohl nicht so spannend 🙂P1030641Auch die peruanische Nationalhymne wurde gesungen

Samstag, den 7. April machten wir mit unseren Mädls einen Ausflug ins Kino. Wir schauten uns Peter Rabbit an, eine Familienkomödie, die uns allen gefiel. 🙂IMG-20180407-WA0013

 

Bis bald,

Die Arequipeños

 

Unsere Große Reise!

Hola chicos,

ja, wir leben noch! Es ist jetzt schon eine Weile her, dass wir uns das letzte Mal gemeldet haben. Jetzt sind wir wieder aus den Tiefen der Schulferien und unseres Urlaubes aufgetaucht und sind zurück im Arbeitsalltag.

Wir haben unglaublich viel erlebt und es hat sich viel geändert.

Aber erstmal alles auf Anfang:

Weihnachten haben wir mit Claras Familie, unserer Chefin Lupe und 5 Kinderheimkindern gefeiert, die leider nicht wie alle anderen von ihren Familien für die Feiertage abgeholt wurden. Wir haben versucht den Kindern die Tage so schön wie möglich zu machen.

Am 27.12.18 ging es dann los, unsere große Reise!

Sie begann in Cusco, der Inkahauptstadt.

Cusco ist eine wunderschöne Kolonialstadt, von der aus wir nach Machu Picchu gefahren sind.
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Außerdem war es von dort auch nur ein Tagesausflug aus zu einem Berg,
der von Natur aus bunt ist , auch genannt Regenbogenberg, der übrigens auf 5100m liegt.
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Danach waren wir in Puno (Peru) und Copacabana (Bolivien), die beide am Titicacasee liegen.
Dort fuhren wir auch auf Isla de la Luna und Isla del Sol, zwei berühmte Inseln im Titicacasee,
auf der laut einer Legende der erste Inkaherrscher auf die Erde kam, um das Inkareich zu gründen.
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Danach waren wir in La Paz, der höchste Regierungssitz (4000m) der Welt.
 Das nächste Ziel war die Salzwüste von Uyuni, die für uns ein Highlight der Reise war.
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Später waren wir dann auch noch in der Silbermine von Potosí.P1020501
Hier wurde von den Spaniern laut Erzählungen so viel Silber abgebaut, dass man von dem Geld eine Brücke von Bolivien nach Spanien bauen könnte und eine mit den dort gestorbenen Minenarbeitern zurück.
Nächstes Ziel war die „weiße Stadt“ Boliviens, nämlich Sucre. Eine unglaublich schöne Stadt!
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Darauf ging es nach Cochabamba, von wo aus wir zu unserem FSJ-Seminar nach Tarata, ein großes Dorf, fuhren. Dort verbrachten wir eine Woche gemeinsam mit den Freiwilligen aus Paraguay und Christine, um uns über die Erfahrungen der letzten 6 Monate auszutauschen.
Nach dieser Reisepause ging es weiter nach Santa Cruz de la Sierra. Von dort aus trennten sich unsere Wege…
Daniel, der einsame Rumtreiber, machte sich ganz allein auf nach Feuerland, auch genannt das Ende der Welt. Dort verbrachte er seine Zeit mit Couchsurfen und Trampen in Argentinien und Chile.
Wir Anderen fuhren nach Süd-Ecuador und erkundeten die weniger touristischen Teile Perus.
P1030176Laguna 69 bei HuarazP1020930
Im Podocarpus Nationalpark bei Zamora
P1020847Karneval in CuencaP1020843
Das wunderschöne CuencaP1020976Die Ruinenstadt Kuelap
P1030036Der Wasserfall Gocta
Als wir nach so langer Zeit wieder zurück ins Kinderheim in Arequipa kamen, empfingen uns dort alle so herzlich als wären wir nie weggewesen. Leider mussten wir feststellen, dass viele Kinder bei ihren Familien blieben und wir sie höchstwahrscheinlich nie wieder sehen können. 😦
Aber eine gute Nachricht: Wir haben viele liebe neue Kinder bekommen, die sogar ihre Hausaufgaben selbstständig machen. 😉
Ciaoi, Adios y hasta la vista Baby 🙂
– los Alemanes

Die Weihnachtszeit bei uns in Arequipa

Hola Amigos,

Wir haben uns jetzt seit einiger Zeit nicht mehr gemeldet, aber es war in den letzten Wochen auch immer viel los.

Das Wohnzimmer für Santa Rosa: Es ist endlich fertig verputzt und schon geweißelt. P1010748

Letzten Samstag fand die große Weihnachtsfeier mit allen CIRCA – Kinderheimen statt. Sie dauerte von 10 Uhr Vormittags bis 8 Uhr Abends und alle casitas sangen Weihnachtslieder und führten kleine Schauspiele auf. Außerdem gab es ein großes Festessen – es gab chancho, also Schweinefleisch, was in Peru typisch für besondere Anlässe ist.P1010712Die Jüngsten (3 – 6 Jahre) aus der casita „Hermano Clemente“ beim Aufführen eines Weihnachtsliedes.P1010725Die Kinder vom Kinderheim „Santa Teresita“ formten zum Abschluss ihres Liedes einen SternP1010727Die Mädls vom Kinderheim Goretti tanzten und sagen.

In unserem Kinderheim Santa Rosa haben wir am Mittwoch auch noch eine kleine Fiesta veranstaltet mit Spielen, Musik und natürlich Geschenken (Da es unsere Casita noch nicht lange gibt und deswegen weniger bekannt ist, finden bei uns leider fast nie Fiestas statt, deshalb haben wir das einfach übernommen). Dafür haben wir extra noch Plätzchen gebacken und stellten für unsere Mädls Süßigkeitentütchen zusammen. DSC03717Die Geschenke für die Mädls: die Älteren bekamen Bücher und die Jüngeren BarbiesDSC03724Marina, Mariorit und Clara beim Tanzen.DSC03719Baby-Miezi Pepe war natürlich auch dabeiDSC03727Die Mädls beim Bekommen ihrer Weihnachtsgeschenke

In den letzten Wochen haben wir alle zusammen noch unser Kinderheim, vor allem unser Comedor (Essimmer) weihnachtlich hergerichtet. So sah es dann aus:P1010697P1010692Unser Plastik – Christbaum und unsere KrippeP1010655Die Kinder beim Herrichten des Innenhofes unseres Kinderheims

 

Für die Kinder und uns geht es jetzt in zweieinhalb Monate Sommerferien. Wir werden von Ende Dezember bis Anfang März in Peru und Südamerika unterwegs sein und uns diesen vielfältigen Kontinent genauer anschauen.

Weihnachten werden wir noch in Arequipa verbringen – danach geht’s auf die große Reise.

Wir wünschen euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

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Hasta luego,

Christoph, Clara, Daniel, Maria und Sophia

 

 

 

Die ersten Projekte sind gestartet

Hola Chicos. ¿Comó están?

Wir wollen euch ja nicht neidisch machen, aber wir hatten Donnerstag frei. Es war nämlich ein Spontanfeiertag in Peru, da sich die peruanische Fußballnationalmannschaft am Mittwochabend mit einen 2-0 Sieg gegen Neuseeland, als letzte Mannschaft überhaupt, für die WM 2018 qualifiziert hatte. La selección peruana schaffte es, sich seit 1982 endlich wieder einmal für eine Fußballweltmeisterschafft zu qualifizieren. Ein großes Ereignis für Peru – und wir sind dabei!!!!!  Der Sieg musste natürlich gefeiert werden und am Tag darauf ist man dann zu müde, um zu Arbeiten. IMG-20171111-WA0006Wir freuen uns schon auf el Mundial! 🙂

Seit dem letzten Eintrag hat sich einiges verändert. Wir haben mit den ersten Projekten angefangen.

Das Sonnensegel: Auch wenn ihr im kalten, nebligen und regnerischen Deutschland gerade nicht an Sonne denken könnt, haben wir sie im fast immersonnigen Arequipa eigentlich täglich. Da die Sonneneinstrahlung hier viel stärker ist als in Deutschland, ist es ein Muss, dass Sport- und Spielplätze, sowie größere Innenhöfe von Sonnensegeln überdacht werden. Leider war das alte Sonnensegel von unserem Kinderheim Santa Rosa total zerrissen und nicht mehr reparierbar. Deshalb haben wir von den Spendengeldern ein neues Sonnensegel besorgt. P1010625Die schwierigen Aufhängearbeiten fanden in der Nacht statt, da zu dieser Tageszeit am wenigsten Wind geht.P1010636P1010626P1010631IMG-20171116-WA0001So sieht das neue Sonnensegel aus

Das Wohnzimmer: Santa Rosa bekommt einen neuen Raum! Auch wenn unser Kinderheim eigentlich viel zu bieten hat, fehlt eins: ein gemütlicher Raum. Vor allem im Hinblick auf die kommende Regenzeit in den Monaten Januar, Februar und März, wenn sich die Mädels nicht draußen aufhalten können, finden wir es wichtig, dass sie einen bequemen Rückzugsort haben, zum Spielen, Lesen und einfach nur zum Verbringen eines gemütlichen Nachmittages. So hat es am Samstag morgen noch ausgesehen….. 

wird noch schöner, das versprechen wir euch 🙂

Dieses Wochenende haben wir nun mit dem Verputzen angefangen.

Liebe Spender, alle diese Projekte könnten wir nicht ohne eure Hilfe realisieren. Wir hoffen auch weiterhin auf eure Unterstützung. ¡Muchas gracias!

Christoph, Clara, Daniel, Maria und Sophia

 

Muchas gracias!!

Ein herzliches Vergelt’s Gott an die Ministranten aus Schönberg, Eberhartsreuth und Kirchberg, die unsere Arbeit mit einer Spende über 300€ unterstützen. Auch möchten wir uns bei der Dietrich-Bonhoeffer-Schule Schönberg bedanken, die ebenfalls einen Betrag von 300€ spendete. Das Geld wird auch schnell Verwendung finden, weil wir nämlich gerade dabei sind ein Dach und einen Aufenthaltsraum in unserem Kinderheim zu bauen. Aber davon in Kürze mehr. Daniel war bis zum Start unseres Abenteuers neun Jahre lang aktiver Ministrant in der Pfarrei Schönberg und verbrachte seine Grundschulzeit an der DBS Schönberg.

Bei allen Danksagungen wollen wir aber auch alle anonymen Spender nicht vergessen und ihnen ein Vergelt’s Gott aussprechen!!

Unser Alltag in den Schulen

Arequipa/Niederbayern/Grevenbroich. Seit vier Wochen sind die fünf jungen FSJ-ler aus dem Bistum Passau nun endgültig im CIRCA-Alltag angelangt. Genauer gesagt heißt das für jeden: an drei Vormittagen in der Woche sechs Stunden an drei verschieden Primarias (1. bis 6. Klasse) Englisch  unterrichten. Das Reis-, Kartoffel- und Pollohaltige Mittagessen genießen sie im CIRCA Hauptquartier „Kennedy“. Danach schwärmen die fünf in die Kinderheime aus, um den Kindern dort bei den Hausaufgaben zu helfen. Die Kleinen müssen sie jedoch zuerst dazu motivieren, ihre Hausaufgaben zu machen. Horst Schlämmer vom Grevenbroicher Tagblatt konnte sie zu ihrem neuen Leben als Lehrerinnen und Lehrer in Peru befragen.

Schlämmer: „Guten Abend ihr Schätzelein. Ich hoffe ihr könnt mich verstehen ich hab nämlich ein neues Gebiss. Frau Niedermeier, welche Erfahrungen machten Sie bereits mit Ihren Schülern?“

Niedermeier: „Viele. Ich unterrichte jetzt ja schon seit vier Wochen. Es gibt Schüler, die total motiviert sind und welche, die richtig unmotiviert sind. Dasselbe gibt es natürlich auch für Klassen. Meine motivierteste Klasse ist die Vierte in San José Obrero. Die wollten einfach weiter Unterricht machen, obwohl schon Pause war. Fast schon übermotiviert! San José Obrero ist eine reine Jungsschule, ich dachte am Anfang ich werde superstreng sein müssen, aber eigentlich sind alle Klassen, auch 5° und 6° Grado voll in Ordnung, die kann man schon im Griff bekommen. Am unmotiviertesten ist meine sechste Klasse in Jesus Obrero, wollen gar nix lernen, passen nicht auf, sind laut und generell keine liebenswürdige Klasse. Aber das ist typisch, sechste Klassen sind fast immer die schlimmsten. Die sind halt voll in der Pubertät und interessieren sich dann für andere Sachen als Englisch. In solchen Klassen kann man auch schon mal Liebesbriefe, die sich die Schüler untereinander schreiben, einsammeln oder es kommt auch vor, dass ein Schüler von seinem Banknachbar ausgefragt wird, welches Mädchen ihm gefällt. Auch ganz unterhaltsam als Lehrerin! 🙂 „

Schlämmer: “Herr Geiling, wie kommen sie mit einer lauten Klasse zurecht? Wie beruhigen Sie sie?“

Geiling: „Alles in Allem habe ich das große Glück, dass meine Klassen vergleichsweise klein sind; in Peru heißt das so ca. 35 Schüler pro Klasse. Das macht das ganze einfacher, denn man hat eher einen Überblick, welche Schüler in den Klassen für die Unruhe sorgen. Bei einzelnen Schülern ist es einfacher, sie ruhig zu stellen. Ich ermahne sie einfach 1 bis 2 mal und wenn das nicht hilft lasse ich sie einfach umsetzen; so, dass sie abgeschottet von anderen Schülern sind. Einmal jedoch musste ich härter durchgreifen. Eine Lehrerin und ich gemeinsam haben zwei Jungen dann aus der Klasse verwiesen. Danach war es aber die leiseste Klasse überhaupt 🙂 Wenn eine ganze Klasse an sich unruhig ist, ist es schwerer. Dann habe ich mich auch schon mal einfach vor die Tafel gestellt und 25 Minuten gar nichts gesagt. Die Klasse merkt es meistens schon, dass sie etwas falsch gemacht hat und ist dann ruhiger. Und einfach den Moralapostel spielen, wie wichtig denn Englisch in der Zukunft ist, hilft auch einige Male.     Aber im Grunde habe ich fast nur ruhige und nette Klassen :)“

Schlämmer: “Frau Sanladerer, wann beginnt für Sie ein Schultag und was machen Sie in den Pausen?“

Sanladerer: „Der Unterricht startet hier generell zwischen 8:15 und 8:30. Doch auch hier gilt die hora peruana, da kann es schon mal später werden… In den Pausen steht man eigentlich nur blöd rum. Doch meistens dauert es nicht lange bis ein paar Schulkinder mit neugierigen Fragen, zum Beispiel wer man denn sei, daherkommen.“

Die lustigsten Fragen, die uns gestellt wurden: „Warum hast du weiße Haut? Haben bei euch alle weiße Haut?“ „Hast du Eltern?“ „Wie groß sind deine Eltern?“ „Wie heißt du in Deutschland?“ „Ist Deutschland ein Land? Ist das in den USA?“ „Spricht man in Deutschland Englisch? Wieso lernt man in Deutschland Englisch? Kann man sich auf Deutsch nicht unterhalten?“ „Hast du Kinder?“

Schlämmer: “Herr Friedl, wie sah ihr erster Schultag aus?“

Friedl: „An meinem ersten Schultag wurde ich um 7:00 Uhr von Marleni, die bei uns im Kinderheim arbeitet und Lehrerin in der Schule Sor Ana ist, abgeholt. Wir fuhren ca. 15 min mit dem Combi zu unserer Schule. Damit ist Sor Ana eine von den näheren Schulen in denen wir arbeiten. Jeder Schultag beginnt mit der formacion, bei der sich alle Schüler der Schule nach Klassen in Reihen aufstellen müssen. Dabei bekommen sie Anweisungen, die ein Lehrer durch ein Mikrofon gibt, damit alle Schüler schneller in Reih und Glied und mit genügend Abstand zum Nachbarn stehen. Danach wird gebetet und aus der Bibel vorgelesen. An meinem ersten Schultag wurde ich plötzlich am Ende der formacion aufgefordert mich der Schule vorzustellen. Ich hoffe ich hab mich nicht komplett zum Affen gemacht mit dem was ich gesagt habe, weil es ziemlich unerwartet für mich kam und ich auf die Schnelle nicht wusste, was ich sagen sollte. Danach wurde mir  ein Stundenplan zusammengekritzelt und dann gings auch schon los. Wobei ich erst noch warten musste bis die vierte Klasse mit frühstücken fertig war. Das war neu für mich, dass zumindest alle Schüler der Primaria täglich ein warmes Nudelgericht zum Frühstück serviert bekommen. Um halb neun fing ich dann schließlich an Farben auf Englisch zu unterrichten. Ich hielt in sechs verschiedenen Klassen Unterricht. In manchen Klassen war die Klassenlehrerin gar nicht da, sodass ich wirklich ins kalte Wasser geschmissen worden bin. Aber an dem Tag arbeiteten fast alle Klassen gut mit. In der Pause oder zwischen den Stunden wurde ich oft von den Kindern gefragt warum ich denn gelbe Haare hätte oder ob meine Haare wirklich echt seien. Alles in allem war mein erster Schultag sehr aufregend und spannend, sowie für meine Schüler wahrscheinlich auch.“

Schlämmer: „Frau Rogowsky, was war bisher bester Schultag?“

Rogowsky: „An den kann ich mich noch gut erinnern. Ich bin morgens in meine Schule Paulo VI gekommen und mir wurde zuerst einmal gesagt: „Heute ist der 37. Geburtstag unserer Schule!“ Ich dachte mir: „ja und? In Deutschland ist das doch auch nix besonderes?!“ – Falsch gedacht! Den ganzen Vormittag fiel der Unterricht aus und es gab eine riesige Party. Es kamen viele Gäste wie ehemalige Schulabsolventen oder Direktoren anderer Circa-Schulen. Man muss sagen: Feiern kann diese Schule! Es war alles geboten: traditionelle Tänze einiger Klassen, militärähnliches Aufmaschieren von Schülern, der Live-Auftritt einer Mariachi-Band, 3 große Torten und ein Festessen!

Man muss aber auch sagen, dass nicht nur meine sondern alle Schulen ihren Geburtstag so groß feiern. Meist kommt ein externer Tanzlehrer in die Schulen, um dort schon Monate zuvor anzufangen mit den Schülern mehrmals in der Woche Tänze für diesen Festtag einzustudieren. Tanzen wird hier in Peru sehr großgeschrieben!

 

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Hier gratulieren Abgesandte einer andere Circa-Schule Paulo VI zum Geburtstag.

 

Was sonst noch alles geschah außer, dass wir angefangen haben zu unterrichten……..

Der Ausflug zum Klettern am Rio Chili mit unseren Kinderheimmädls und all ihren Geschwistern aus anderern CIRCA-Kinderheimen.

P1010055Rosario beim Anziehen des KletterhelmesP1010065Rio Chili mit Chachani im HintergrundP1010067P1010072P1010087Mayorit flieg!!!!!!!!!P1010119P1010115Nachdem Klettern wurde noch im Rio Chili gebadetP1010143Manche wurden so nass, dass sie die eine un poquito zu große, aber trockene Jacke anziehen mussten 🙂

 

Am Sonntag dannach fand dann der Sporttag statt, an dem alle CIRCA-Kinderheime gegeneinander in den Kategorien Fußball, Volleyball und Tanz antraten. Unser Kinderheim Santa Rosa belegte den 3. Platz.

P1010163Unsere equipo Santa Rosa, natürlich im einheitlichen rosa Dress mit unseren Maskotchen P1010186Unser Motto: „Das beste am Sport ist, dass es Herzen eint und große Freundschaften hervorbringt.“IMG_20171014_191612P1010202Die Mädls von der equipo Santa Teresita

Außerdem ist in Peru jetzt das Fußballfieber ausgebrochen, denn Peru hat das erste mal seit 1978, also seit 35 Jahren wieder die Chance sich für el mundial (die WM) zu qualifizieren. Mit dem 1:1 gegen Kolumbien, ist die Qualifikation für die WM 2018 in Russland zwar noch nicht sicher, aber die Peruaner feierten das Unentschieden gegen den Nachbarn wie einen Sieg. Jetzt muss sich die selección peruana in el repechaje (in der Relegation) gegen die Mannschaft aus Neuseeland beweisen. Wir drücken der Blanquirroja natürlich die Daumen. ¡AL MUNDIAL, AL MUNDIAL, VOLVEREMOS AL MUNDIAL! 

Liebe Grüße ins herbstliche Deutschland aus dem fast immer sonnigen Arequipa,

Clara, Christoph, Daniel, Maria und Sophia 🙂

 

 

Nach einem Monat schon Arequipeños

¡Buenos Tardes!

Zuerst einmal: Ja, wir leben noch! Leider haben wir uns schon länger nicht mehr gemeldet, weil die Zeit hier gefühlt doppelt so schnell vergeht wie in Deutschland. Wir haben in der kurzen Zeit wieder eine Menge erlebt, von dem wir berichten möchten.

Die schönste Neuigkeit allem voran: Unsere kleine Gruppe hat Zuwachs bekommen! Nein, es ist kein Baby! 😀 Seit 2 Wochen haben wir eine neue Freiwillige bei uns. Sie heißt Rebecca, ist ebenso wie wir 18 Jahre alt und kommt aus Frankfurt. Leider bleibt sie nur 3 Monate, ist aber schon ein Teil unserer Gruppe geworden, den wir nicht missen möchten.

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am Plaza de Armas in Arequipa mit Vulkan Misti im Hintergrund

Vor einer Woche haben wir außerdem alle zusammen in unserer casita mal zur Abwechslung was ohne Reis und Kartoffeln gekocht: Kaiserschmarrn mit Apfelmus und als Vorspeise Tomatensuppe 

Den Kindern und uns hat es recht geschmeckt, es war muy rico.

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Clara, Maria und Daniel gerade fest am kochen
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da ist wohl was aus dem Ruder gelaufen 😀
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der fertige Kaiserschmarrn

Zuletzt sollte noch gesagt sein, dass wir alle immer noch fest am Spanisch lernen sind und bereits immer wieder in den Kinderheimen vorbeikommen, um bei Hausaufgaben zu helfen oder einfach nur zu spielen. Kommende Woche beginnt dann die „richtige“ Arbeit in den Schulen, auf die wir uns schon sehr freuen.

PS.: Wir haben von einer Ex-Freiwilligen einen lieben Brief erhalten, der eine Geldspende enthielt. Leider konnten wir dich auf keine Weise erreichen, um uns zu bedanken. Deshalb hier erst einmal ein DANKE und wir versprechen, dass wir den Alltag von den Kinderheimkids damit versüßen werden, wie du es vorgesehen hast. 🙂

Natürlich bedanken wir uns auch über alle anderen eingegangenen Spenden!

¡Hasta pronto!